Integrated Process Control

Digitale Absicherung von Produktionsprozessen

IPC verbindet Qualitätsanforderungen mit den Daten der laufenden Fertigung. Messwerte, Prozess- und Maschinendaten werden dem Auftrag, der Charge und dem einzelnen Bauteil zugeordnet, gegen die Vorgaben bewertet und mit festgelegten Reaktionen verknüpft. Über Track & Trace bleibt nachvollziehbar, unter welchen Bedingungen jedes Teil entstanden ist.

Erfassen. Bewerten. Steuern. Rückverfolgen.

IPC in der vorhandenen Produktionsarchitektur

IPC ist kein weiteres MES, kein ERP und kein zusätzliches CAQ-Modul. Es verbindet die vorhandenen Systeme an der Stelle, an der Qualitätsanforderungen im laufenden Produktionsprozess wirksam werden müssen. Wählen Sie ein System aus, um zu sehen, welche Informationen von dort kommen.

Was IPC im laufenden Prozess tut

IPC arbeitet dort, wo gefertigt wird: Es übernimmt die Daten aus Maschinen, Messsystemen und den führenden Systemen, wendet die Qualitätsanforderung darauf an und verknüpft das Ergebnis mit einer festgelegten Reaktion. Alles, was dabei entsteht, bleibt am einzelnen Bauteil.

  1. Erfassen und einordnen

    Messwerte, Prozessparameter und Maschinenzustände werden direkt übernommen und mit Auftrag, Charge, Arbeitsgang und Bauteil verbunden.

  2. Bewerten

    Jeder Wert wird gegen seine Vorgabe aus der Qualitätsplanung geprüft: Merkmal, Sollmaß, Toleranz. Über die festgelegten SPC-Regeln kommt der Verlauf hinzu, also Lage zur Toleranz, Trend, Streuung und Häufung. So wird eine Drift erkennbar, solange die Werte noch in der Toleranz liegen.

  3. Steuern

    Aus der Bewertung folgt eine festgelegte Reaktion. Welche zulässig ist, legen Sie fest.

    • Prüfung auslösen
    • Prüffrequenz ändern
    • Teil sperren
    • Ausschleusen
    • Werkzeugwechsel
    • Prozess stoppen
    • Parameter anpassen

Datensatz zu diesem Bauteil

Qualitätsdaten
    Prozessdaten
      Produktionsdaten

        Beispiel aus einer realen Serienfertigung, vereinfacht dargestellt.

        Begriff und Abgrenzung zu SPC im CAQ-Wiki

        Mit dem ersten Fertigungsschritt beginnt der digitale Datensatz des Produkts. Jeder weitere Schritt ergänzt ihn um Material-, Prozess-, Maschinen- oder Qualitätsinformationen und einen Zeitstempel. Im Abweichungsfall lässt sich so der tatsächlich betroffene Produktionsumfang eingrenzen, zum Beispiel auf die Teile zwischen der letzten einwandfreien und der ersten auffälligen Messung.

        IPC in der Praxis: Breyden

        Breyden, vormals Buderus Guss, fertigt am Standort Breidenbach jährlich rund 13 Millionen Bremsscheiben. Für die iDisc® I, die seit 2017 unter anderem für Porsche als Erstausrüster in Serie läuft, ist die Rückverfolgbarkeit bis auf das einzelne Bauteil gefordert.

        Dort greift zusammen, was IPC ausmacht: Jede Scheibe wird über einen DataMatrix-Code eindeutig identifiziert. Die Bearbeitungszentren sind über OPC UA angebunden und liefern Prozessparameter und Maschinenzustände. Mess- und Prüfwerte kommen aus der Fertigung, die Vorgaben aus der Qualitätsplanung, der Auftrags- und Materialbezug aus SAP.

        Weil diese Informationen am selben Bauteil zusammenlaufen, steht bei einer Abweichung fest, welches Bauteil betroffen ist, unter welchen Bedingungen es gefertigt wurde und welche weiteren Teile in Frage kommen.

        Zur Success Story Breyden

        Bremsscheibe

        Digitale Produktion. Digitale Absicherung. Qualität produzieren.

        Sehen wir uns an, wie das in Ihrer Fertigung aussieht: an einer Linie, einer Maschine, einem Merkmal.